Sustainable Glossar

Im Fair Fashion Bereich gibt es viele Fachbegriffe, Materialien und Zertifizierungen, daß man bzw. frau nicht immer weiß, was das jeweils genau bedeutet. Aus diesem Grund hier ein ‚Sustainable Glossar‘ zum Nachschlagen. Die Sortierung ist alphabetisch, und es ist noch lange nicht vollständig. Wird aber immer weiter ergänzt … Wenn Begriffe fehlen, die auch hier erklärt werden sollen, schreibt sie mir einfach in den Kommentar.

Aluminiumsalze

Deos mit schweißhemmenden Aluminiumsalzen sind seit Längerem im Verdacht, die Entstehung von Brustkrebs und Demenz zu begünstigen. Zudem gilt Aluminium als nervenschädigend. Im Gegensatz zu vielen parfümierten Deos, die Gerüche lediglich überlagern, sollen Antitranspirante durch das enthaltene Aluminiumchlorid gegen das Schwitzen helfen, indem die Schweißdrüsen der Haut verschlossen werden. Das kann entzündete Poren zur Folge haben. Eine gute Übersicht über Deos ohne Aluminiumsalze gibt es hier.

Ananasleder

Ananasleder wird aus den stabilen Fasern der Blätter, die bei der Ernte normalerweise als Abfallprodukt weggeschmissen werden, hergestellt. Entwickelt wurde das Material von der spanischen Designerin Dr. Carmen Hijosa. Heute stellt das Start-up Ananas Adam  „Piñatex“ (Piña ist die Ananas auf spanisch) her. Ananasleder kann auf ökologisch verträglichem Wege hergestellt und genauso wie Leder zugeschnitten, genäht und nach Wunsch bedruckt werden. Es ist atmungsaktiv, wasserabweisend und als Rohstoff im Einkauf sogar günstiger als die tierisches Leder.

App Code Check

mit Hilfe der App CodeCheck kann man ganz schnell etwas über die Inhaltsstoffe eines Produktes herausfinden. Einfach die App aufs Handy laden und vor Ort den Barcode scannen. Codecheck bietet unabhängige Expertenbewertungen zu mehr als 23 Millionen Produkten aus Kosmetik, Ernährung und Haushalt. Ein erster guter Überblick – erspart meist das Fachchinesisch der kleingedruckten Auflistung der Inhaltsstoffe. Erhältlich kostenlos im App Store.

Bambus

Viskose kann aus Holz oder eben aus Bambus hergestellt werden. Hierzu sind allerdings nach wie vor Chemikalien im Einsatz, die nur teilweise recycelt werden können. Trotzdem bringt Bambus eine Reihe von Vorteilen mit: die Bambuspflanze wächst sehr schnell (manchmal bis zu 1 m / Tag ), kommt ohne Pestizide aus und benötigt erheblich weniger Wasser als Baumwolle. Da Textil aus Bambus natürlichen Ursprungs ist, kann der Stoff biologisch abgebaut werden. (Natürlich nur, wenn keine zusätzlichen künstlichen Fasern (wie z.B. Elastan) eingewebt wurden).

Better Cotton Initiative

die Better Cotton Initiative (BCI) ist ein Programm mit dem Ziel der Verbesserung der Umwelt- und Arbeitsbedingungen im Baumwollanbau. BCI zertifiziert dabei keine Endprodukte, sondern zielt darauf ab, die weltweite Baumwollproduktion insgesamt nachhaltiger zu machen, indem einerseits Baumwollfarmer in nachhaltiger Bewirtschaftung trainiert werden und gleichzeitig durch die baumwollverwertenden Mitglieder der Initiative Druck auf die Lieferkette ausgeübt wird, Baumwolle aus nachhaltiger Produktion zu verarbeiten. BCI

BioBaumwolle

Bio-Baumwolle ist Baumwolle, die nach den Richtlinien und Standards der ökologischen Landwirtschaft produziert und zertifiziert ist. Der Anbau von Bio-Baumwolle erhält die Gesundheit der Böden, der Natur und der Menschen, da an Stelle von künstlichen Dünge- und Pflanzenschutzmitteln ausschließlich natürliche Mittel und nachhaltige Methoden verwendet werden.

Blauer Engel

Der Blaue Engel ist das Umweltzeichen der Bundesregierung zum Schutz von Mensch und Umwelt, und das schon seit mehr als 35 Jahren. Produkte und Dienstleistungen, die mit dem Blauen Engel ausgezeichnet werden, sind umweltfreundlicher als vergleichbare, konventionelle Produkte und Dienstleistungen. Der Blaue Engel garantiert, dass hohe Ansprüche an Umwelt-, Gesundheits- und Gebrauchseigenschaften eingehalten werden. Blauer Engel

Bluesign®-Standard

Das bluesign® system ist die Lösung für eine nachhaltige Herstellung von Textilien. Es schliesst umweltbelastende Substanzen von Anfang an aus dem Fertigungsprozess aus, legt Richtlinien fest und kontrolliert deren Einhaltung für eine umweltfreundliche und sichere Produktion. Dadurch wird einerseits sichergestellt, dass das textile Fertigprodukt strengsten Verbraucherschutzanforderungen weltweit standhält. Andererseits gibt es dem Konsumenten das Vertrauen, ein nachhaltig hergestelltes Produkt zu erwerben. bluesign

Cradle-to-Cradle

ECOCERT

Das Ecocert-Siegel zeichnet Natur- und Biokosmetik sowie ökologische Wasch- und Reinigungsmittel aus. Vergeben wird es von der  Ecocert-Group, ein Kontroll- und Zertifizierungsverband für ökologische Produkte, 1991 in Frankreich gegründet. Ecocert unterscheidet Biokosmetik und Naturkosmetik: Naturkosmetik muss zu mindestens 50 Prozent aus pflanzlichen Inhaltsstoffen bestehen und mindestens fünf Prozent der gesamten Inhaltsstoffe müssen aus biologisch zertifiziertem Anbau kommen. Biokosmetik muss zu mindestens 95 Prozent aus pflanzlichen Inhaltsstoffen bestehen und mindestens zehn Prozent der gesamten Inhaltsstoffe müssen aus biologisch zertifiziertem Anbau kommen. ecocert

Fast Fashion

Der Begriff Fast Fashion bedeutet, in hoher Frequenz neue Mode in die Geschäfte zu bringen. In der Regel umfasst ein Modejahr zwei Zyklen, Frühjahr/Sommer und Herbst/Winter, bei Pret-à-Porter und Haute Couture oftmals ergänzt um eine Cruise-Collection. Bei Fast Fashion kommen häufig bis zu 12 Kollektionen pro Jahr in die Läden. Dieser schnelle Wechsel wird durch eine Beschleunigung in der Produktion möglich, welcher massiv zu Lasten der Arbeitsbedingungen und der Umwelt geht.

Fair Trade-Siegel

Das Fairtrade-Siegel kennzeichnet Waren, die aus fairem Handel stammen und bei deren Herstellung bestimmte soziale, ökologische und ökonomische Kriterien eingehalten wurden. Die Fairtrade-Standards entsprechen den internationalen Standards der Fairtrade Labelling Organizations International (FLO). fairtrade

Fair Wear Foundation

Fair Wear Foundation setzt sich für faire, sichere Arbeitsbedingung in der Textilproduktion ein und trägt so mit ihren Sozialstandards maßgeblich dazu bei, das Leben von Textilarbeiterinnen weltweit zu verbessern. Es geht aber vorrangig um die sozialen Bedingungen, nicht um ökologische Aspekte. fairwear

Global Traceable Down Standard (Global TDS)

Der relativ junge Global Traceable Down Standard ist der aktuell stärkste Tierschutzstandard in der daunenproduzierenden und –verarbeitenden Industrie. Er wurde in Zusammenarbeit von Unternehmen mit Interessenverbänden der Industrie, Tierschutzorganisationen und weiteren NGOs entwickelt. Der Standard garantiert, dass die verwendeten Daunen weder durch Lebendrupf gewonnen wurden, noch aus der Stopfmast stammen.

GOTS

Der Global Organic Textile Standard (GOTS) ist als weltweit führender Standard für die Verarbeitung von Textilien aus biologisch erzeugten Naturfasern anerkannt. Er definiert umwelttechnische Anforderungen entlang der gesamten textilen Produktionskette und gleichzeitig die einzuhaltenden Sozialkriterien. GOTS zertifizierte Kleidung muss zu 90 Prozent aus Naturfasern hergestellt sein, mindestens 70 Prozent davon aus biologischem Anbau. Zudem sind soziale und arbeitsrechtliche Standards einzuhalten .Die Qualitätssicherung erfolgt durch eine unabhängige Zertifizierung der gesamten Textillieferkette. GOTS

Hanf

Die Hanffaser hat als Stoff verarbeitet eine sehr gute Feuchtigkeitsregulierung vorzuweisen und ist außerdem sehr hautfreundlich. Durch die spezielle Faser ist der Hanf ähnlich der Seide mit den tollen Eigenschaften der Kühlung im Sommer und der Wärme im Winter ausgestattet. Hanffaser ist sehr widerstandsfähig, schmutzabweisend und reißfest. Statt Waschen genügt oft ein ausgiebiges Lüften. Der Anbau von Hanf ist im Vergleich zu Baumwolle deutlich umweltschonender. Hanfpflanzen kommen gut ohne Pestizide aus, da sie Unkräuter schnell überwachsen und wenig anfällig für Krankheiten sind. Ebenso ist im Vergleich zur Bio-Baumwolle der Wasserverbrauch geringer.

Lyocell

Lyocell ist ein industriell hergestellten Stoff, welcher aus natürlichem Eukalyptusholz aus nachhaltiger Forstwirtschaft gewonnen wird (siehe auch Tencel®). Lyocell-Fasern weisen eine hohe Trocken- und Nassfestigkeit auf, sind weich und absorbieren Feuchtigkeit sehr gut. Daraus hergestellte Textilien weisen einen glatten und kühlen Griff mit fließendem Fall auf, haben eine geringe Knitterneigung und können gewaschen und chemisch gereinigt werden.

MADE IN GREEN by Oeko-Tex® Standard 100

MADE IN GREEN by OEKO-TEX® ist ein nachverfolgbares Produktlabel, das nur für Textilien mit den folgenden Kriterien ausgestellt wird: Produziert aus schadstoffgeprüften Materialien; Produziert in umweltfreundlichen Betrieben; Produziert an sicheren und sozialverträglichen Arbeitsplätzen. MADEINGREEN

Modal

Modal ist eine Kunstfaser natürlichen Ursprungs. Sie zählt zu den sogenannten Viskosefasern: Diese künstlich hergestellten Fasern werden aus natürlicher Cellulose gewonnen. Während Viskose aus ganz unterschiedlichen Grundstoffen hergestellt werden kann, ist die Basis von Modal ausschließlich Buchenholz. Die Vorteile von Modal sind: die Verwendung von nachwachsenden Rohstoffen, es wird kein Erdöl oder Erdgas bei der Herstellung eingesetzt und die Herstellung und Verarbeitung von Modal verbraucht weniger Wasser und Energie als Baumwolle.

NATRUE

Das Natrue-Siegel zeichnet Naturkosmetik aus. Gegründet 2007, hilft der Verein dabei, echte Natur- und Biokosmetik zu erkennen. Die Begriffe Biokosmetik und Naturkosmetik sind z.B. in Deutschland rechtlich nicht geschützt. Um greenwashing zu vermeiden, müssen mindestens 75 Prozent der Einzelprodukte einer Produktreihe die Kriterien des Siegels erfüllen.Der nach belgischem Recht eingetragene Verein Natrue ist nicht gewinnorientiert. Das Siegel wird weltweit vergeben. natrue

Oeko-Tex® Standard 100

Der Oeko-Tex® Standard 100 wurde zu Beginn der 1990er Jahre als Reaktion auf das Bedürfnis nach gesundheitlich unbedenklichen Textilien entwickelt.

Die Ansprüche an moderne Textilprodukte lassen sich allerdings nicht ohne den Einsatz bestimmter chemischer Substanzen verwirklichen. Modische Farben, leichte Pflege, lange Lebensdauer und viele weitere funktionelle Eigenschaften von Textilien werden heute gefordert und sind je nach Verwendungszweck (z. B. bei Berufskleidung) zum Teil unentbehrlich.

Durch den Oeko-Tex® Standard 100 werden nur solche Produkte zertifiziert bei denen alle Elemente, also neben Oberstoff auch die Nähgarne, Drucke, Knöpfe/Reißverschlüsse/Nieten oder sonstige Zubehörteile festgelegte Schadstoffgrenzen, je nach Intensität des Hautkontakts, unterschreiten. oeko.tex.com

Organic cotton

Organic Cotton oder Bio-Baumwolle ist Baumwolle, die nach den Richtlinien und Standards der ökologischen Landwirtschaft produziert und zertifiziert ist. Der Anbau von Bio-Baumwolle erhält die Gesundheit der Böden, der Natur und der Menschen, da an Stelle von künstlichen Dünge- und Pflanzenschutzmitteln ausschließlich natürliche Mittel und nachhaltige Methoden verwendet werden.

Palmöl

Palmöl steckt in fast allen Produkten, die wir in unserem Haushalt finden: in Schokolade, Fertigpizza, in Kosmetik und in Waschmitteln. Es ist das am meisten produzierte Pflanzenöl, weil es so günstig und so einfach weiterzuverarbeiten ist. Doch für den Anbau der Palmplantagen muss meist Regenwald weichen. Mit tragischen Folgen: Pflanzen- und Tierarten sterben aus und durch die Rodung wird massenhaft CO2 freigesetzt. mehr Infos

Parabene

Parabene werden häufig als Konservierungsstoffe eingesetzt. Sie sind dem weiblichen Hormon Östrogen sehr ähnlich und können so den Hormonhaushalt des Körpers durcheinander bringen. Zudem besteht der Verdacht, daß sie durch ihre hormonelle Wirkung das Wachstum bei Brustkrebstumoren begünstigen.

Piñatex

siehe Ananasleder

Polyester

Polyesterfasern gehören zu den weltweit am häufigsten verwendeten Fasern. Sie sind haltbar und ideal für die Fertigung von Outdoor-Produkten.  Ihr Nachteil: Sie werden aus einem nicht-erneuerbaren Rohstoff hergestellt, nämlich Erdöl.

Recyceltes Polyester

wird aus alten PET Flaschen gewonnen. Diese werden gesammelt, gereinigt und zu einem Granulat verarbeitet. Dieses wird eingeschmolzen und zu Polyester-Garn verarbeitet. Vorteil: es wird kein neues Erdöl verbraucht.

Responsible Down Standard (RDS)

Genau wie der Global TDS (siehe oben) zertifiziert der RDS Lieferketten, in denen die Daunen ausschließlich aus Schlachtrupf gewonnen werden. Die Tiere müssen unter tierleidfreien Umständen gehalten und dürfen zwangsgefüttert werden. mehr Info: utopia

Schafwolle

Schafwolle hat viele Vorteile: sie wärmt, nimmt Feuchtigkeit auf, ist atmungsaktiv und schmutzabweisend. Allerdings, und das ist die unschöne Seite der Medaille, werden die Schafe auf den Schaffarmen oft nicht artgerecht, manchmal auch tierquälend gehalten. In Australien wird zudem das sogenannnte „Mulesing“ praktiziert, bei dem den Schafen  große Hautlappen am Hinterteil weggeschnitten werden. ABER: nicht alle Schaffarmen arbeiten so: es gibt auch hier zertifizierte Biofarmen und Labels, die sich vor Ort ein Bild machen.

Seide

Slow fashion

Slow fashion ist der Gegenentwurf zu Fast Fashion. Der Begriff umfasst die folgenden Aspekte: Herstellung von Mode unter menschenwürdigen Arbeitsbedingungen und zu fairen Löhnen, daher entsprechend höhere Verkaufspreise, Einbeziehung nachhaltiger und umweltfreundlicher Materialien und Herstellungsverfahren.

Tencel®

Tencel ist der Markenname der Lenzing AG für den Faserstoff Lyocell. Es handelt sich um einen industriell hergestellten Stoff, welcher aus natürlichem Eukalyptusholz aus nachhaltiger Forstwirtschaft gewonnen wird.

Viskose

Viskose ist unter den Chemiefasern, die zu Textilien verarbeitet werden, die natürlichste, da sie aus sogenannter „regenerierter Zellulose“ gewonnen wird. Die fertigen Fasern bestehen fast ausschließlich aus pflanzlichen Bestandteilen. Meistens werden diese aus Buchenholz gewonnen, manchmal auch aus Fichten-, Pinien- oder Eukalyptusholz. Immer mehr im Kommen ist auch die Herstellung von Viskose aus Bambusfasern.
Die chemische Zusammensetzung dieser Fasern ähnelt der Baumwolle. Viskose ist also ein Material natürlichen Ursprungs, jedoch werden die Fasern industriell auf chemischer Basis hergestellt. Energie- und Wasserverbrauch bei der Herstellung von Viskosestoffen ist wesentlich geringer als bei Baumwolle.

 

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