Make it last - Trends der Ethical fashion show and Green showroom Berlin Juli 2017

“ Be part of the solution, not part of the problem.“ Dieses Zitat stammt von Safia Minney, der Gründerin von People Tree und aktuell Managing Director von Po-Zu, bei ihrer Buchvorstellung von „Slave to Fashion“. Daß es inzwischen keine Ausrede mehr gibt, nicht Teil der Lösung zu sein, hat der Greenshowroom und die Ethical Fashion Show Berlin, Europas größte B2B Plattform für ökologisch und fair produzierte Mode im Rahmen der Berlin Fashion Week, wieder einmal at its best gezeigt. Bericht von den Trends und neuen Kollektionen.

Die Location:

Berlin bleibt sich treu und zeigt sich von seiner besten Seite. Nicht zu warm und nicht zu nass. Tiefhängende Wolken spiegeln sich in der langsam (slow) vor sich hinfließenden Spree. Eine bessere Verbindung zum Thema „slow fashion“ kann es nicht geben. Das Funkhaus Berlin: Berliner Brüche. Ein altes Industrieareal, umgeben von Wasser, Brachen und Schrebergärtenkolonien. In diesem denkmalgeschützen Gebäudekomplex hatte von 1956 bis 1990 der Rundfunk der DDR seinen Sitz.

Die Entdeckungen:

Trend 1: die neue Weiblichkeit

Meine Entdeckungen kann ich mit dem folgenden Satz umschreiben: die Wiederentdeckung der Weiblichkeit. Allen voran Somyso. Dieses Schweizer Eco-Glamour-Label ist mir jedes Mal aufgefallen, wenn ich den Greenshowroom besuche. Warum? Weil Designerin Soma Jud einmal wieder beweist, daß auch Frauen, die im Job „ihren Mann stehen müssen“, sich fair und nachhaltig kleiden können. Und zwar in Outfits, die nicht nur den Tag über, sondern auch am Abend bei Afterwork, Dinner oder Kulturevent super aussehen. Das liegt an ihrer frischen und zeitgemäßen Interpretation von Klassikern. Das „kleine Schwarze“ schwingt knielang mit leichten Volants, der klassische Hosenanzug bleibt schwarz, bezaubert aber mit den gleichen Volants, oder ist puristisch, verliert aber durch verspielte Muster die Strenge. Ein sonniges Gelb ergänzt die schwarz-weißen Klassiker und steht als strahlende Farbe des Sommers für Lebenslust und Kreativität. Die Inspiration für die neue Kollektion, die ab Frühjahr 2018 erhältlich sein wird, war „La dolce Vita“, Leichtigkeit und Lebensfreude für eine moderne, feminine Frau, weiblich und in lässiger Eleganz.

Mein Lieblingsstück: ein one size Mantel, der sowohl zum Kleid wie auch zur Hose getragen werden kann. Wie Ihr auf dem Bild unten seht,  wertet der Mantel mein Alltags-Jersey-schwarzes-Kleid richtig auf und passt sogar zu den sneakers. Für den Abend oder zur Hose würde ich high heels dazu tragen, perfekt. Der Mantel fühlte sich sehr angenehm an – Typ möchte man gar nicht mehr ausziehen – und als one size piece hat er mir auch ohne Modellmaße perfekt gepasst. Zweites Lieblingsstück: ein weißes Kleid. Transparent, bestickt. Man trägt es mit Unterkleid. Plus: die Unterkleider von Somyso lassen sich immer auch solo tragen. Vormerken.

 

Zu dieser neuen Weiblichkeit und La Dolce Vita passen perfekt die Badeanzüge und Bikinis von Miss Janna aus Schweden. Als ich die Modells in dieser Bademode über den Laufsteg schweben sah, dachte ich sofort an den Film „Manche mögen’s heiß“ mit Marilyn Monroe und den Glamour der Cote d’Azur der 50er und 60er Jahre. Das Gute daran: die Bademode von Miss Janna kann wirklich jede Frau tragen, ob jünger oder älter, ob mit oder ohne Modellmaße.

 

Trend 2: Klassischer Minimalismus, Fauna und Flora

Ein anderes Label, welches Jahr für Jahr aufs Neue beweist, daß Stil und Nachhaltigkeit sich nicht ausschließen müssen, ist Lanius. Neben ihren Essential, die im nächsten Frühling in den Farben Off-White, White, Sand, Nightblue, Black und ausdrucksstarkem Orange überzeugen, sind meine beiden Topfavoriten erstens ein Ensemble Rock-Top aus Hanf mit Seide in glänzendem Weiß und puristischem Schnitt. Super mit Sommerpulli und Sneakers. Und zweitens ein schwarzes Kleid aus Bioleinen und Biobaumwolle im Ethnostil. Vormerken.

 

Generell hatte man beim Betreten der grossen Halle, in der die Ethical Fashion Show und der Greenshowroom stattfanden, sofort ein sommerliches Feeling. Das lag bestimmt daran, daß sich Motive aus Fauna und Flora durch fast alle Kollektionen zogen. Meine Tops kommen dabei von NIX Design aus Berlin, Dedicated aus Schweden, Jan’n June aus Hamburg, nocheinmal Somyso und Maria Seifert aus Leipzig.

 

Trend 3: Kork

Kork oder Korkleder wird aus der Mittelschicht der Korkeichenrinde gewonnen. Er kann ähnlich wie Leder verarbeitet werden und ist sehr widerstandsfähig, robust, schmutzabweisend und abnützungsresistent. Produkte aus Kork sind nachhaltig und sogar für einen veganen Lebensstil geeignet.

Zwei bezaubernde Beispiele, was man Schönes aus Kork gestalten kann: einmal die wirklich unglaublich schönen und variablen Korktaschen von The Pez aus Spanien (die hier abgebildeten Modelle gibt es spätestens im nächsten Frühjahr) und die Bamboo Feel Good watch von Timeboo aus Holland. Die Taschen gibt es in mehreren Ausführungen, man kann die Gurte im Material variieren und auch so verstellen, daß verschiedene Tragevarianten möglich sind. Das Bambus für die Uhren kommt aus einer kleinen Fabrik in China, die Uhren werden in Holland hergestellt.

 

Last but not least: Lieblingsstücke

Neben den Trends, die man auf Modemessen ausmachen kann, macht es auch immer wieder viel Spaß, Dinge zu entdecken, welche das Zeug zum absoluten Lieblingsstück haben und sofort auf die Wunschliste wandern. So das kuschelige Sweatshirt in offwhite von Useestudio. Usee Studio ist ein concept-Studio aus Island. Sie verfolgen verschiedene Ansätze: einmal die Basics, 100% Fairtrade und organic, zum anderen die Remix Linie, upcycling streetware. Das zweite Lieblingsstück ist die rote Rucksack-Tasche von Things I Miss aus Schweden. Sie ist aus Ananasleder (Pinatex) und trotz ihrer Größe sehr angenehm zu tragen. Gut gefallen haben mir auch die T-shirts von Zwolinska aus Polen unter dem Titel: Paintings to wear von einer polnischen Künstlerin gestaltet.

 

Schließen möchte ich diesen post nocheinmal mit Safia Minney, die nach der Gründung von people tree jetzt Managing Director bei Po-Zu, einem nachhaltigen Schuhlabel ist. Schuhe von Po-Zu sind ultrakomfortabel, nachhaltig und zum Teil vegan. Und teilweise inspiriert von Star Wars!

 

Literaturtipp:

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