Plastikfreier Leben

Kennt Ihr das? Woche für Woche wandert eine unglaubliche Menge an Recyclingmüll von 5 Familienmitgliedern in die gelbe Tonne. Und jedesmal, wenn wieder einer nach unten laufen muss, nehmen wir uns vor, endlich plastikfreier zu leben. Und dann haben wir es nicht auf den Wochenmarkt geschafft und aus Bequemlichkeit doch das Bioobst in Plastik verpackt beim Discounter gegenüber geholt. Oder anstatt auszugehen die sushi nach Hause liefern lassen, natürlich im Plastikbehälter. Viele von uns versuchen, Familienalltag und Job angemessen unter einen Hut zu bekommen, was manchmal schon nicht einfach ist. Dann auch noch ohne Unverpackladen im Ort einen plastikfreien Einkauf zu planen … oder alles nur Ausrede?

Jetzt ist Schluss mit Ausreden. Wir wollen plastikfreier werden! Die ersten Schritte sind wir schon gegangen, Plastiktüten waren gestern. Jutetaschen und Körbe aus meiner Jugend sind das Accessoire der Stunde und waren damals der Anfang des fairen Handels. Sie werden an allen strategischen Orten verteilt (Flur, Küche, Handtasche, Kofferraum …) damit wir sie beim Einkaufen auch wirklich dabeihaben. Mein Favorit ist dabei mein abnehmbarer Fahrradkorb, im Laden gefüllt und einfach ans Rad geklickt. Aber was können wir mehr tun? Next steps in der Küche und beim Einkaufen.

Dieser Artikel enthält affiliated links. Was das bedeutet, erfährst Du hier.

Lebensmittel aufbewahren

Wer sagt eigentlich, daß Lebensmittel in Plastikbehältern besser aufbewahrt sind? Kunststoffboxen enthalten oft PVC, BPA und Weichmacher. Diese gesundheitlich bedenklichen Stoffe können aus dem Material austreten und in das Essen übergehen. Das Einfachste ist doch, übriges Essen im Topf oder in der Schüssel aufzubewahren, in der es serviert wurde. Größere Töpfe kommen bei uns im Winter auf den Balkon, wenn sich im Kühlschrank kein Platz mehr findet. Ein Teller auf der Schüssel ersetzt die Frischhaltefolie. Käse und Wurst lassen wir meistens in den jeweiligen Einwickelpapieren aus dem Laden. Eine super und flexible natürliche Alternative zu Frischhalte- und Alufolie: Bienenwachstücher.Hergestellt werden diese aus Bio-Baumwolle und Bienenwachs. Vielseitig verwendbar für Brot, Käse, Obst, Gemüse, Snacks, Sandwich oder einfach um die offene Schüssel abzudecken. Gereinigt werden sie in kaltem Wasser mit Spülmittel und zum Trocknen aufgehängt. Die Tücher können bis zu einem Jahr beliebig oft wiederverwendet werden.

Lebensmittel transportieren

Welche Eltern kennen sie nicht, diese vermeintlich praktischen bunten Plastikschulbrotdosen, die meistens nicht mehr als ein Schuljahr durchhalten. Zudem brauchen sie viel Platz in Schultasche und Schrank. Hier gibt es richtig tolle Alternativen: Bienenwachstücher (siehe oben), kompostierbare Sandwichbeutel und Brottücher. Die kompostierbaren Snackbeutelaus 100 % ungebleichtem fettbeständigem Papier enthalten keinerlei Erdöl und können, wenn man sie nicht gleich zerknüllt, durchaus zweimal verwendet werden. Die Brottücher (z.B. Eversnack, Boc’n’Roll oder Roll’eat)sind BPA, Phthalat und PVC frei, waschbar, platzsparender als Brotdosen und dienen gleichzeitig als Essensunterlage. Wir haben sie seit ein paar Monaten und seither sind sie im Dauereinsatz. Zur Reinigung hat bisher ein feuchtes Tuch genügt. Die Größen und Motive sind vielfältig und finden bei meinen Kindern großen Anklang.

Damit wir im Supermarkt keine Plastik- oder auch jedesmal neue Papierbeutel nehmen müssen (oder die Äpfel einzeln zur Kasse zu kullern), nutzen wir mehrere Obst und Gemüsenetze aus Biobaumwolle (z.B. Re-Sack)

Wasser

Wir trinken gerne und viel Wasser. Bei uns kommt es aus der Leitung – was die meisten nicht wissen: die EU- Trinkwasserrichtlinie ist streng. Wer dennoch Bedenken hat, beim Hauseigentümer (Bleileitungen im Haus) und beim örtlichen Wasserwerk nachfragen. Für die Getränke für unterwegs gibt es die wunderschönen Soulbottles aus Glas – nur sind sie gefüllt sehr schwer und nicht geeignet für Schulmappen. Daher bleiben wir unseren Dopper Flaschen treu, die sind BPA-frei und komplett recyclingfähig, und trotz regelmäßigen Spülmaschinengängen wirklich langlebig. Plus: verlorene Deckel und Sportverschluß können einzeln gekauft werden. Sehr stylisch ist das Modell aus Edelstahl

Küchenrollen

Im Dauereinsatz waren bei uns bisher auch Küchenrollen. Die sind zwar nicht aus Plastik – aber dennoch wird hier etwas produziert um es nach einmaligem Gebrauch wegzuwerfen. Eine tolle Entdeckung: wiederverwendbare Küchenrollen aus Bambus, verpackt in Papier statt Plastik. Bambus ist von Natur aus antibakteriell und antimikrobiell und hat noch weitere nützliche Eigenschaften. Außerdem wächst die Pflanze sehr schnell und braucht wenig Wasser. Das Plus: Nach Gebrauch wandert das Küchentuch statt in den Abfall in die Waschmaschine – und kann so bis zu 100 Mal wiederverwendet werden. Ob diese Herstellerangabe so stimmt, kann ich noch nicht beurteilen, aber bei uns haben die. Küchentücher schon mehrere Waschgänge durchlaufen und sind immer noch intakt. Von pandoo®

Putzmittel

Ich kenne keine Putzmittel welche nicht in Plastikflaschen verkauft werden. Zudem gibt es für jedes Putzproblemchen das passende Mittel. Muss das sein? Orangenreiniger kann man ganz einfach selbst herstellen, habe ich gelesen. Das wird gerade ausprobiert. Im Winterhalbjahr fallen bei uns sowieso Unmengen an Orangenschalen an. Diese werden geviertelt in einen Glasbehälter gegeben und mit weißem Essig oder verdünnter Essigessenz aufgefüllt. Zur kühlen Lagerung habe ich sie ans Treppenhausfenster gestellt. Nach ein paar Wochen, wenn sich der Essig dunkler färbt, abseihen, ein paar Tropfen ätherisches Öl dazugeben (z.B. Madarine) und in Sprühflaschen umfüllen. Die gibt es inzwischen aus Glas zu kaufen (z.B. von kuishi , mit verschiedenen Aufsätzen. Ich bin gespannt – und werde über meine Erfahrungen berichten.

Erste Erfahrungen im Putzmittel-Selbermachen haben wir schon dank unseres Sauberkastens gemacht. Im Sauberkastenpaket kommt ein im Design wirklich sehr schöner zusammensteckbarer Putzkasten mit sechs Zutaten für die Herstellung von zehn verschiedenen Reinigern. Dabei hilft das praktische Rezeptbüchlein mit passenden Messutensilien. Selbstklebende Etiketten für die fertigen Reiniger gibt es obendrauf. Das Herstellen der Putzmittel macht so richtig Spaß, gerade auch Kindern. Die Reiniger sind in der Konsistenz deutlich dünnflüssiger und man muss sich erst daran gewöhnen. Aber in der Wirkung stehen sie herkömmlichen Reinigern in nichts nach. Wer Essiggeruch nicht mag, der sei getröstet: Essiggeruch verfliegt meist schnell, und durch die Zugabe von ätherischen Ölen bleibt am Ende ein sehr dezenter Duft. Beim Spülmittel gebe ich oft noch Backpulver dazu, das macht es dickflüssiger.

Noch mehr Ideen für ein plastikfreieres Leben findet Ihr auf meiner Pinterest-Pinnwand.

 

 

Wie haltet Ihr es im Umgang mit Plastik? Habt Ihr noch Tipps für die Küche? Ich freue mich über Eure Kommentare.

 

Mein Favorit bei den Brottüchern: neutrales beige – passt optimal in meine working-bag aus alten Zementsäcken.

Das waren die Anfänge .. lange ist es her:

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