Der Fairfashion Wintermantel Guide: Welcher Wintermantel passt zu mir?

In diesem Jahr spät, aber er wird kommen – der Winter. Also höchste Zeit, sich mit der Frage nach dem passenden Wintermantel zu beschäftigen. Welcher Wintermantel passt zu mir? Was ist gerade aktuell? Und welche Klassiker gibt es auch fair? Und: brauche ich einen neuen Mantel? In diesem Artikel wird auf aktuelle Wintermanteltrends für Damen eingegangen. Aber auch darauf, welcher Mantel zu mir, meinem Style, meinem Kälteempfinden und meiner Figur passt. Und welche nachhaltigen Alternativen es gibt. 

„Die Beiträge auf diesem blog können Werbung enthalten.“ Was verbirgt sich hinter diesen Worten? Das erfahrt Ihr hier.

Aktuelle Trends und Styles

In diesem Jahr ganz klarer Favorit ist ein klassischer Mantel im Karomuster. Man sieht ihn nicht zu oft, aber überall: neulich bin ich auf ein Foto der Duchess of Sussex gestossen – im klassischen blau-grünem Karomantel. Generell, und das gilt auch für diese Klassiker,  werden die Mäntel wieder etwas länger. Das ist vor allem für Fans von Kleidern und Röcken im Winter super angenehm. Walkmäntel sind auch in dieser Saison sehr angesagt, ebenso gibt es eine schicke Neuauflagen von Mänteln in Daunenoptik.

(unten im Service habe ich Euch die Bezugsquellen aller hier genannter Modelle aufgelistet).

winter is coming …

Klassiker

Klassiker sind und bleiben Klassiker weil sie immer wieder kommen und bleiben. Aber was ist eigentlich ein Klassiker bei Mänteln?

Eine Antwort darauf finde ich bei Max Mara, bis heute ein unangefochtener Spezialist für Mäntel. „Ein Mantelmodell altert nicht, wenn die Proportionen perfekt sind. Wenig Details und Verzierungen, die lassen ein Modell schnell alt aussehen. Eine Länge von 120 cm ist passend für große und kleine Frauen. Kimonoärmel stehen einfach jeder Frau.“

Bestandsaufnahme bei meinen Mänteln (ich habe drei): 120 cm ist schon recht lang, meine sind zwischen 95 cm und 110 cm lang, das entspricht bei meinen 170 cm Körpergröße einmal knapp über den Knien und einmal unter den Knien. Kimonoärmel mögen nun wirklich jeder Frau stehen, aber ich persönlich mag sie nicht, da sie die Kälte zu sehr einziehen lassen.

Das schönste Beispiel für einen wirklichen Klassiker ist für mich ein Kamelhaarmantel. Eine nicht ganz günstige Anschaffung, aber in jedem Fall eine Anschaffung fürs Leben. Und vor allem zeitlos, schick und warm! Ein Modell aus der fair fashion Welt, der alle Kriterien eines Klassikers erfüllt, kommt von Hess Natur: Mantel aus Kamelhaar und Seide. Klassischer Schnitt, Reverskragen, seitliche Eingrifftaschen, mehr nicht. Länge 108 cm bei Gr. 36.

Klassische Schnitte bei Mäntel sind meist einreihig, mit Reverskragen oder ganz schlicht mit Stehkragen und verdeckter Knopfleiste oder zweireihige Mäntel im Burberry Trench Look. Diese Modelle stehen allen Frauen, egal ob groß oder kleiner, sehr schlank oder femininer.

Links: Kamelhaarmantel von HessNatur, Mitte: Classical Coat, Rechts: Coat Valmora, beide Langerchen. photocredits: Hessnatur, Langerchen

Schöne klassische Mäntel aus dem fair fashion Bereich gibt es hier bei Lanius, Filippa K und LangerChen. Meine Favoriten: der Coat Valmora Black mit einem abnehmbaren Pelzkragen aus Schurwolle und der Classical Coat, beide von LangerChen, beide wind- und wasserabweisend, und der Coat Victoire von Filippa K.

Coat Victoire von Filippa K, für ganz kalten Tage kombiniert mit dem Usuahia Down Jacket von Ecoalf

Karomäntel und Walkmäntel

Wer den angesagten Karotrend mit einem klassischen Mantel kombinieren möchte, kommt im Fair Fashion Bereich an Lanius nicht vorbei. Mit den beiden Mänteln aus Bio-Schurwolle, gerade geschnitten, verdeckte Knopfleiste, Reverse-Kragen, Länge um 115 cm, ist es Lanius gelungen, den aktuellen Trend zu Karomustern in zwei streng klassische Mantelmodelle zu packen, die nicht nur zu Klassikern werden, sondern bestimmt auch zu Lieblingsstücken.

Aber auch bei den Walkmänteln steht Lanius ganz oben auf meiner Fair-Fashion-Mantel-Liste. Wobei ich ehrlich zugeben muss, daß mir persönlich Walkmäntel im Winter zu wenig warm sind. Ich habe einen wirklich schönen, in den ich mich gleich beim ersten Anprobieren verliebt hatte, und dieser begleitet mich jetzt schon zwei Jahre, aber immer nur von Frühling bis Herbst. 

Mäntel aus Bioschurwolle und Walkmantel von Lanius. photocredits: Lanius

Die Warmen

Jetzt kommen wir zu einer Kategorie, die für mich wirklich wichtig ist. Denn mindestens ein Wintermantel muss bei mir richtig warm sein. Hier in Berlin und Brandenburg können die Winter schon richtig kalt werden, und der Ostwind ist berüchtigt. Und ich bin nicht der Typ „Lagenlook“, die dann noch einen dicken Pulli oder eine Strickjacke unter den Mantel packt.

Gut, daß es auch hier im Fair Fashion Bereich eine super Auswahl gibt. Mein Favorit: Die Winterjacken und Wintermäntel von Hoodlamb.

Hoodlamb ist seit über zwanzig Jahren Pionier in der Verarbeitung von Hanf. Hanf, als eine der stärksten natürlichen Fasern der Welt, besitzt die besten Eigenschaften, um diesen Ansprüchen gerecht zu werden. Der Anbau von Nutzhanf kommt gänzlich ohne Pestizide, Herbizide und Dünger aus und benötigt im Vergleich zu anderen Nutzpflanzen nur die Hälfte an Wasser. Zusätzlich zeichnen sich die Jacken von Hoodlamb durch die vielen liebevollen funktionalen Details aus: kleine praktische Schlaufen für die Ohrstöpsel, magnetische Verschlüsse, Platz und einen Putzer für die Sonnenbrille oder geheime Taschen.

photocredits: HoodLamb

Ich hatte mir im letzten Jahr einen Mantel von Hoodlamb geleistet (Tipp: Sale) und es ist definitiv der wärmste Wintermantel, den ich je hatte. Ohne dicke Sachen darunter ist mir trotzdem nie kalt. Die Kapuze ist groß und kuschelig, die Taschen sind gefüttert (!), und die magnetischen Verschlüsse super praktisch. Dieser Mantel wird mich noch sehr vielen kalte Winter begleiten. Ich habe ein Modell in schwarz mit schwarzen Webpelz. Achtung: bei hellen Webpelz gibt es Fusel auf dunklen Stoffen. Generell ist der Mantel sehr schwer, und bei Temperaturen über 0 Grad auch schnell zu warm.

Wer nun sagt, ich mag es lieber leicht und trotzdem warm, der ist bei den Mänteln vom spanischen Label Ecoalf (Fair Fashion) absolut richtig. Der Berliner Tagesspiegel titelte einmal: „Die Müllfischer. Javier Goyeneche macht aus alten Plastikflaschen neue Jacken, aus Kaffeesatz Pullover und aus Garnelenschalen Turnschuhe. Hauptsache, er kann für sein Label Ecoalf Abfall zu neuem Leben erwecken.“ (Tagesspiegel v. 09.05.2018)

Das Gute an Ecoalf ist, daß die Jacken und Mäntel nicht nur nachhaltig, sondern auch super schick und stylisch sind. Meine persönlichen Favoriten sind ganz klar Felder Style in silber oder schwarz. Schick auch die klassischen Daunenmäntel Uma, Madison in dunkel oder Marangu in hell.

Aber aufpassen: bei einer rundlicheren, feminineren Figur sollten die einzelnen Abschnitte bei einem Daunenmantel eher breit angelegt sein. Sind diese sehr schmal, wirkt frau etwas pummelig.

Rechts und links: Felder Style, Mitte: Uma Down Coat, Ecoalf. photocredits: Ecoalf

Noch ein Wort zur Nachhaltigkeit

Daunen

Daunen sind zwar ein natürliches und super warmes, leichtes und angenehmes Material, aber ein tierisches Produkt. Und leider ist Tierleid in der Industrie weit verbreitet. Viele Modelabels haben sich dagegen ausgesprochen – und sich auf einen Standard verständigt. Dieser Standard garantiert, dass die verwendeten Daunen weder durch Lebensrupf gewonnen wurden, noch aus der Stopfmast stammen. Zu erkennen am Global Traceable Down Standard (Global TDS). Weit verbreitet und ebenso zuverlässig: der Responsible Down Standard (RDS).

Schafwolle

Schafwolle hat viele Vorteile: sie wärmt, nimmt Feuchtigkeit auf, ist atmungsaktiv und schmutzabweisend. Allerdings, hier wieder das Stichwort Tierleid, werden Schafe auf Schaffarmen oft nicht artgerecht gehalten und, v.a. in Australien, das sogenannte „Mulesing“ praktiziert, bei dem den Schafen große Hautlappen am Hinterteil weggeschnitten werden. Auch hier gilt: viele Modelabels, v.a. aus dem Fair Fashion Bereich, haben sich dagegen positioniert und verwenden eine solche Wolle nicht. Trotzdem: informieren.

Mehr Informationen zu Nachhaltigkeitsthemen und Siegeln findet Ihr auch im Glossar. 

Noch ein Wort zu Max Mara: Das italienische Label steht wie keine andere Marke für klassische zeitlose Mäntel, die Generationen überdauern. Leider hält sich Max Mara, was Informationen zur Nachhaltigkeit angeht, sehr bedeckt. 

Brauche ich wirklich einen neuen Mantel?

Hier komme ich nochmal auf Laura Lusuardi, Fashion Director bei Max Mara zurück, die einmal in einem Interview sagte: in. Mäntel kauft man, ähnlich wie Schuhe oder Taschen, weil man sie begehrt, nicht, weil die Jahreszeit es gerade erfordert. Man will ihn.

Auch wenn ich diesen Satz sehr gut nachempfinden kann, ist das natürlich eine sehr luxusbezogene Sichtweise. Schließlich kommt man bzw frau auch mit einem, mit Bedacht und in guter Qualität ausgewähltem Mantel über den Winter.

Aber andererseits: einen Mantel guter Qualität trägt frau gut 10 Jahre, und dürfen es da nicht auch zwei oder drei sein? Einen klassischen, einen leichteren und einen richtig warmen? Einen schicken und einen fürs Fahrrad? Nun, ich denke diese Frage muss jede für sich entscheiden.

Mein Klassiker seit über 10 Jahren: Rialto von Max Mara

Service

Hier noch ein paar Entscheidungshilfen in Form von links. Einige davon können sogenannte Affiliated links enthalten. Was das bedeutet, erfahrt Ihr hier.

Mäntel von Lanius gibt es hier.

Verschiedene Modelle von Hoodlamb gibt es bei LOVECO oder
Greenality – Online-Shop für Bio und Fair-Trade Kleidung

Filippa K gibt es über vielfältige Plattformen oder über Filippa-k.com. Mehrere Stores in Berlin. 

Mode von Hess Natur gibt es über HessNatur.com, Stores in Düsseldorf, Hamburg, Frankfurt am Main, München und Butzbach.

Ecoalf hat einen Flagshipstore hier in Berlin. Ansonsten bekommt man die Modelle bei ecoalf.com oder auch über Avocadostore.de.

0 likes
Prev post: Nachhaltige kleine Geschenkideen für die letzte MinuteNext post: Nachhaltige Ski- und Snowboardmode: geht fair und nachhaltig auch im Schnee?

Related posts

About Me

Hallo ich bin Bettina. Ich habe dieses blog-magazine "styleandrespect" ins Leben gerufen, da für mich Stil und Respekt zusammengehören. Stilvoller Umgang miteinander beruht auf Respekt. Zu Respekt gehört auch, daß die Menschen, die meine Mode herstellen, eine existenzsichernde Bezahlung und einen sicheren und würdevollen Arbeitsplatz haben, Themen, vor denen die Fashion Industrie oft genug die Augen verschließt. Aber nicht alle, und um genau darum geht es in diesem blog. Ich lasse Euch teilhaben an meinen Entdeckungen aus den Bereichen Fashion, Beauty und Lifestyle, die für einen nachhaltigeren Weg stehen. Read More

Fachbegriffe, Materialien, Zeritifizierungen – erklärt im Sustainable Glossar
Neuste Beiträge