Fair im Schnee?

Eine Woche Schneeferien .. juhu! Um mich herum viel Schnee, ein bischen Sonne, tolle Skipisten und eine schöne Aussicht. Alles perfekt ? Nicht ganz. Beim Anziehen meiner Skihose fällt mir erstmal eine geplatzte Naht ins Auge. Also Nähzeug suchen. Oder nach all den Jahren mal eine Neue?

Im Sportgeschäft ist die Auswahl groß, die Funktionalität hoch. Aber gibt es denn auch faire umweltverträgliche Sachen? Bisher bin ich nur über nachhaltige Jogaklamotten gestolpert …

Da fällt mir ein Interview ein, daß ich neulich im Handelsblatt (v. 12. Januar 2017) gelesen habe. Und zwar mit Antje von Dewitz, der Chefin von VAUDE. Sie erzählt, daß es zur Philosophie des deutschen Unternehmens gehört, Chemie weitestgehend aus den Textilien zu verbannen. Nachhaltigkeit wird großgeschrieben. Das Ziel: 95 Prozent der Sommerkollektion 2017 sollen frei von umweltschädlichen Fluorcarbonen (PFC) sein, bis 2020 soll eine komplette PFC Freiheit erreicht sein. Das hört sich doch sehr vielversprechend an … darüberhinaus ist VAUDE schon länger Leader in der Fair Wear Foundation und steht nach eigener Aussage in engem Kontakt mit den Produktionsstätten in Vietnam. Also ab auf die webseite und nach Skihosen suchen, hier meine beiden Favoriten (leider nicht mehr in allen Größen zu bekommen):  LariceBoe

Aber geht denn nur VAUDE diesen Schritt? Bei meinen Recherchen stieß ich auf Patagonia. PATAGONIA hat sich viel auf die Fahnen geschrieben, um die Umweltbelastungen zu reduzieren und soziale Verantwortung in der Lieferkette zu übernehmen. Es wird Biobaumwolle und recyceltes Polyester verwendet, sowie Daunen mit Herkunftsnachweis. Es gibt Pflege und Reparaturanleitungen, alte Kleidung wird zurückgenommen. Also ab auf die Homepage … und Ernüchterung. Bei dem „Darunter“ ist alles wunderbar, ebenso bei den Hosen. Stutzig werde ich bei den Skijacken. Sie sind aus einem 3-lagigen GORE-TEX® Material. Ist das denn umweltfreundlich? Bei weiteren Recherchen stoße ich auf eine Produktstudie. Greenpeace untersuchte Outdoorprodukte auf PFC welche bei der Herstellung wasserdichter Membranen und wasser- sowie schmutzabweisender Beschichtung verwendet werden und sich nur sehr langsam oder gar nicht abbauen. Leider ist auch eine Jacke von Patagonia beim Test negativ aufgefallen …  Aber mein Ausgangspunkt war ja eine neue Hose. Diese hier finde ich sehr schick: Patagonia

Weiter suchen. Gibt es denn noch weitere Marken, denen man im Ganzen vertrauen kann? Ich stoße auf das auf das deutsche Label PUYA. Puya wirbt mit der Kombination aus Style, Funktion und Nachhaltigkeit. Die Outdoor- Bekleidung wird aus recyceltem oder recycelfähigen Polyester hergestellt, kombiniert mit einem Rücknahmesystem. Das Ganze nennt sich closed-loop-recycling. Die Funktionsstoffe sind laut Puya PFC und Teflon frei imprägniert. Also stöbern im shop, hier meine Favoriten: Leider ist die gelbe Release Hose  in M schon ausverkauft … und gelb hätte auch nicht unbedingt zu meiner Skijacke gepasst, die ist mittelblau, von Jack Wolfskin und mir dank ihrer 3-teiligkeit schon seit Jahren eine treue Begleiterin. Übrigens: auch bei JACK WOLFSKIN findet man ein weitreichendes Engagement hinsichtlich Umweltverträglichkeit und sozialer Verantwortung. Das Unternehmen ist ebenfalls Leader in der Fair Wear Foundation, die Sommerkollektion 2017 zu 89% PFC frei. Leider ist die Farbauswahl bei den Damenskihosen nicht sehr groß … und auch noch nicht ganz PFC frei (siehe Greenpeace) Jack Wolfskin. Auch das deutsche Unternehmen Schöffel strebt eine PFC-Freiheit bis 2020 an, ist ebenfalls Leader bei Fair Wear und Mitglied im Bündnis für nachhaltige Textilien. Modell Pinzgau ist im Moment noch in mehreren Größen zu haben.

Fazit: Fair im Schnee ist möglich, wenn auch noch nicht perfekt. Aber es gibt Unternehmen, die sich dieser Verantwortung stellen, und das finde ich gut. Es gibt auch schicke Hosen, leider jetzt im Februar nicht mehr in jeder Wunschfarbe und -größe. Also habe ich meine Skihose erstmal genäht. Und mir für die nächste Saison vorgenommen, gleich zu Anfang eine Neue zu kaufen.

 

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Hallo ich bin Bettina. Ich habe dieses blog-magazine "styleandrespect" ins Leben gerufen, da für mich Stil und Respekt zusammengehören. Stilvoller Umgang miteinander beruht auf Respekt. Zu Respekt gehört auch, daß die Menschen, die meine Mode herstellen, eine existenzsichernde Bezahlung und einen sicheren und würdevollen Arbeitsplatz haben, Themen, vor denen die Fashion Industrie oft genug die Augen verschließt. Aber nicht alle, und um genau darum geht es in diesem blog. Ich lasse Euch teilhaben an meinen Entdeckungen aus den Bereichen Fashion, Beauty und Lifestyle, die für einen nachhaltigeren Weg stehen. Read More

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