Let's change that fashion game

Let’s change that fashion game – hin zu nachhaltiger, fair und umweltfreundlich hergestellter Mode, zwei Kollektionen im Jahr. Dass das schick und stylisch geht, hat die Fashion Week in Berlin wieder einmal gezeigt. Ethical Fashion Show und Greenshowroom, inzwischen von der Nische zum Großevent gereift, präsentierten beeindruckende Mode in der beeindruckenden Kulisse des ehemaligen Heizkraftwerks für Berlin-Mitte. „Man steht da und ist überwältigt von diesem Raum“ hat die TAZ das Kraftwerk einmal beschrieben. Ich bin vor allem überwältigt von der schönen und hellen Atmosphäre im Inneren und der unglaublichen Vielfalt der 170 Labels aus 26 Ländern. Bericht.

Mein erster Anlaufpunkt war der PrePeek-Bereich. Das bereits zum dritten Mal stattfindende PrePeek-Event kam im neuen Format daher. Als Fashionchangers laden Jana, Nina und Vreni Blogger und Influencer ein, Lieblingsstücke aus den Kollektionen zu probieren und zu stylen. Fürs Foto stehen Fotografinnen bereit.

 

MakeUp: Savue / Foto: Emilie Elizabeth

 

Immer auf der Suche nach zeitlosen Klassikern habe ich natürlich sofort zu diesem tollen und super angenehmen dunkelblaue Kleid von mila.vert. gegriffen. Es ist aus 100% Biobaumwolle (GOTS) und in Portugal hergestellt. Warum ich mich gleich in das Kleid verguckt hatte? Die klassische Farbe (dunkelblau geht immer!), der sehr schicke aber zeitlose Schnitt, den wirklich fast jede Frau tragen kann, der Komfort und der gewisse pep. Kombiniert habe ich es mit einem Schal aus Kashmir von vividnaturals. Vivid Naturals wurde Anfang 2016 als internationale Plattform für Mode gegründet, welche nachhaltig und aus natürlichen Stoffen von lokalen Kunsthandwerkern in Indien hergestellt wird. Die Tasche ist von Ackermann. Toll: die Größe, nicht zu groß, so kann frau sie als Abendtasche nehmen, aber groß genug, um das Wichtigste einzupacken. Sie kann auch quer über der Schulter getragen werden.

Der schwarze Mantel auf dem rechten Bild ist von Elemente-Clemente. Den schmal geschnittenen Mantel habe ich mir mal eben so übergezogen und war sofort verliebt. Ein superschöner richtig zeitloser Klassiker. Materialmix aus verschiedenen Wollstoffen (mulesing free wool) und offen verarbeiteten Kanten. Ein absolutes Lieblingsstück für viele Jahre! Alles andere auf dem Bild war mein privater fashion week winter look.

 

 

Besuch am Stand von Mila.Vert. Klare schlichte Schnitte aber nie langweilige Mode, ganz mein Stil, vorwiegend in meinem Lieblingsfarben schwarz, dunkelblau, hell und weiß. Die weiße Bluse wird meine basics bestimmt super ergänzen, sie kam gleich auf meine wishlist. Mila.vert ist ein noch junges Modelabel aus Slovenien.

Und gleich weiter zu elemente clemente. Auch hier finden sich vor allem klassische und neutralere Farben, schlichte zeitlose Schnitte, aber immer das kleine gewisse Detail, welches die Teile überraschen lässt. Die passenden Accessoires gibt es gleich dazu, wie den wunderschönen schwarz-hellen Schal. Er wertet jedes noch so schlichte outfit sofort auf und ist mit Sicherheit eine angenehme Gesellschaft an kühleren Sommerabenden.  Mit diesen Eigenschaften hat er sich gleich einen Platz auf meiner wishlist erobert. elemente clemente ist ein Münchener Modelabel und steht für ein nachhaltiges, langlebiges und zeitloses Design.

 

 

Wer meinen post über Herbstklassiker noch in Erinnerung hat, weiß, daß ich ein großer Fan der Kombination von schwarz mit hellen Farben bin. Daher sind mir die Outfits von Studio Elsien Gringhuis und Lana sofort ins Auge gefallen. Schwarz-hell ist eine Kombination, die einfach immer elegant wirkt und jeder, wirklich jeder Frau steht. Gerade im Winter, wenn sich alle eher dunkel anziehen, kann ein helles Element (ein heller Mantel) ein echter Hingucker sein. Oder aber eine helle Tasche: tote bag in off-white aus pinatex. Oben rechts im Bild versteckt sich noch ein Pulli von Lanius. Hier kommt der Norwegerpullover meiner Jugend im modernen Design daher. Chic: die nach unten leicht ausgestellten Ärmel.

 

 

Ein weiterer Klassiker sind Produkte aus Cashmere, eines der kostbarsten Naturprodukte überhaupt. Wenn das Ganze dann fair ist wie bei Edelziege – perfekt. Die Kollektionen werden dort aus Wolle von frei lebenden und nicht in Massenhaltung gezüchteten Tieren in der Mongolei gewonnen und direkt in der Mongolei zum fertigen Produkt verarbeitet. Schöne Begleiter für viele Jahre.

 

 

Wenn Natürlichkeit auf Eleganz trifft, ist Lanius meistens nicht weit weg. Sofort ins Auge gefallen ist mir der blau-karierte Mantel. Trotz des auffälligeren Mustern ein Klassiker und langjähriger Begleiter, den man vielleicht auch mal eine oder zwei Saisons im Schrank lässt und ihn dann immer wieder hervorholt. Weiters Plus bei Lanius: die nächste Winterkollektion beinhaltet wunderschöne Booties, super, daß hier die fairen Alternativen endlich mehr werden!

 

 

Aber natürlich kann nicht nur die Mode fair, sondern auch die Accessoires. Gelungenes Beispiel: Fremdformat (links). Fremdformat arbeitet hauptsächlich mit industriellen Materialien, welche als Reste in der metallverarbeitenden Industrie anfallen und dadurch Unikate mit einzigartigem Charakter entstehen lassen. Vergoldet wird mit recyceltem Gold bzw. Silber. Ich mag es ja gern klassisch und schlicht, und Fremdformat hat hier ganz meinen Geschmack getroffen!

Mit auf dem Bild sind rechts Ketten von Umiwi. Umiwi habe ich bereits auf der Ethical Fashion Show im letzten Jahr entdeckt. Daraufhin habe ich mir einen der Mangoholzänhänger gekauft und er ist einfach wunderschön. Die Mangoholzanhänger werden handgefertigt und veredelt von dem „Skill Center Chiang Mai“ in Thailand. Das Skill Center ist eine gemeinnützige Einrichtung und bietet kostenlose Reittherapie für Kinder mit unterschiedlichen Behinderungen an. Erhältlich mit oder ohne Silberkette.

 

Zu den Accessoires gehören natürlich Taschen. Ich war schon in Kindergartenzeiten ein großer Taschenfan, und bei schönen Taschen kann ich heute noch nicht wegschauen. Hier unten findet Ihr die Auswahl, die mir auf der Messe ins Auge gefallen ist. Ja, aus Leder. Ich weiß, ein durchaus nicht unumstrittenes Thema. Viele denken: das ist doch heute nicht mehr zeitgemäß, OK, aber Leder ist nach wie vor ein schönes, langlebiges und robustes Naturprodukt. Und wie immer kommt es auch hier auf den bewußten Umgang an und auf die Verarbeitungsweise. Heute gibt es Taschenlabels, die in Deutschland und Europa produzieren und ihr Leder vegetabil gerben lassen. Eine so produzierte Tasche wird geschätzt und lange genutzt. Ein paar meiner Lieblingstaschen begleiten mich schon fast zwanzig Jahre, wenn auch nicht jeden Tag. Und das ist doch nachhaltig .. Aber genug. Ob Leder oder nicht, diese Entscheidung trifft jeder für sich.

Fundstücke:

 

Ackermann Taschenmanufaktur: Unter dem Motto „Taschen fürs Leben“ werden hier Taschen und Rucksäcke in zeitlos schönen Designs kreiert. Für die meisten davon greift Ackermann auf olivenblattgegerbtes Leder zurück, ein langlebiges und griffiges Leder.

Sehr puristisch kommen die Taschen und Accessoires des Hamburger Labels NOY daher. Ebenfalls vegetabil gegerbt und in einer deutschen Ledermanufaktur gefertigt. Lieblingsstück: das helle Portemonnaie in der Mitte.

Taschen als langlebige Wegbegleiter zu sehen ist auch der Fokus von Harold’s Lederwaren. Produziert wird vor allem mit sogenannten „Nebenprodukten der Nahrungsmittelherstellung“ (was für ein Begriff) transparent in Deutschland, Indien und Kolumbien. Lieblingsstück: die schmale rote Tasche oben rechts.

Klare zeitlose Taschen in wunderschön leuchtenden Farben gibt es bei Alexandra Svendsen, hergestellt in Zusammenarbeit mit deutschen Traditionsbetrieben. Plus: für die größeren Taschen kann man sich alternative Henkel bestellen und so den look variieren. Lieblingsstück: clutch Flava in orange oder als clutch Purea in pink.

Wer doch auf Ledertaschen verzichtet, ist bei Verena Bellutti gut aufgehoben. Dieses junge Label aus Innsbruck verwendet Verschnittteile von technischen Materialien und näht sie per Hand in Europa zu Taschen. Ihre Netzstruktur macht sie nicht nur einzigartig, sondern auch robust, langlebig und wasserabweisend. (unteres Foto links).

 

 

Eine Entdeckung noch zum Schluss: im letzten Messe Recap aus dem Sommer hatte ich über Kork geschrieben, ein Naturmaterial, daß ähnlich wie Leder verarbeitet wird und sehr widerstandsfähig, robust, schmutzabweisend und abnützungsresistent ist. Damals waren es Taschen und Uhren, dieses Mal war ich daher ganz entzückt daß es jetzt auch Schuhe aus diesem tollen Material gibt. Schuhe aus der neuen Winterkollektion von Ultrashoes.

Übrigens, wenn Euch etwas aus diesem Beitrag gefällt, klickt Euch mal auf die jeweiligen homepages, nicht alles ist Winterkollektion 2018/19, vieles kann frau auch jetzt schon bekommen. Ansonsten freue ich mich über Euer Feedback in den Kommentaren!

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Hallo ich bin Bettina. Ich habe dieses blog-magazine "styleandrespect" ins Leben gerufen, da für mich Stil und Respekt zusammengehören. Stilvoller Umgang miteinander beruht auf Respekt. Zu Respekt gehört auch, daß die Menschen, die meine Mode herstellen, eine existenzsichernde Bezahlung und einen sicheren und würdevollen Arbeitsplatz haben, Themen, vor denen die Fashion Industrie oft genug die Augen verschließt. Aber nicht alle, und um genau darum geht es in diesem blog. Ich lasse Euch teilhaben an meinen Entdeckungen aus den Bereichen Fashion, Beauty und Lifestyle, die für einen nachhaltigeren Weg stehen. Read More

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