Nachhaltige Ski- und Snowboardmode: geht fair und nachhaltig auch im Schnee?

Vor zwei Jahren hatte ich mir die Frage gestellt, ob Nachhaltigkeit und Fairness auch in der Wintersportmode Einzug gehalten hat. Fazit damals: ja, aber es ist noch Luft nach oben. Wie sieht es heute aus? Ein Update.

Kleidung für den Wintersport zeichnet sich vor allem durch eine hohe Funktionalität aus. Klar, wir alle wollen bei unseren winterlichen Outdoor-Aktivitäten gut, warm und wasserdicht verpackt sein, so ganz nach dem Motto: Es gibt kein schlechtes Wetter, sondern nur schlechte Kleidung …“ Das mit der schlechten Kleidung ist hier leider wörtlich zu nehmen: Outdoor-Kleidung enthält Giftstoffe, allen voran Fluorcarbone (PFC, per- und polyfluorierte Chemikalien ), dies vor allem in den Gore-Tex Membranen, die uns vor Wind und Wetter schützen sollen.

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Aber es gibt Alternativen:

Labels, die sich auf die Fahnen geschrieben haben, schädliche Chemie aus Outdoorkleidung zu verbannen. Und dabei noch auf transparente und faire Arbeitsbedingungen zu achten. Beispiele:

Der Pionier: Patagonia

Patagonia gehört zu den Pionieren und gleichzeitig zu den alten Hasen im nachhaltigen Outdoorgeschäft. Gegründet in den 1970er Jahren, hat das Unternehmen sein Engagement immer weiter ausgebaut.

Als Materialien werden aus alten PET Flaschen recycelte Kunststofffasern und Biobaumwolle genutzt. Bei Daunen hält sich Patagonia an den traceable down Standard. Das Unternehmen bemüht sich, die Lieferkette fair und transparent zu halten, beim Aufzeigen von Missständen reagiert Patagonia schnell. Das Unternehmen wirbt damit, Kleidung möglichst lange zu tragen, gibt viel Unterstützung bei Reparaturfragen und nimmt getragene Sachen zurück. Allerdings ist Patagonia teuer (Spitzname Patagucci), aber vielleicht lohnt es sich bei einer langen Lebensdauer für eine Skijacke ?

Die Farbpalette der Jacken bei Patagonia ist größer – mir gefällt nur gerade das rot sehr

Patagonia bekommt man bzw frau über den Onlineshop eu.patagonia.com oder über viele andere Onlineshops.

Jack Wolfskin

Bei Jack Wolfskin hat sich einiges getan. Die Kleidung wird inzwischen größtenteils aus zertifiziert umweltfreundlichen Materialien hergestellt. Manche Modelle aus der Ski- und Snowboardkollektion sind Bluesign- zertifiziert. Das Ziel ist eine 100% Bluesign Zertifizierung bis 2020. Jack Wolfskin ist Mitglied in der Fair-Wear-Foundation.

Alle hier gezeigten Modelle sind 100% PFC frei und größtenteils Bluesign zertifiziert.

Schön und funktional: Jack Wolfskin

Jack Wolfskin hat Deutschlandweit viele Stores und ist in vielen Sportfachgeschäften und online-Plattformen erhältlich.

Ecokorrekter Outdoorwear aus Deutschland: Pyua

Seit 10 Jahren entwickelt PYUA entwickelt hochwertige und funktionale Outdoorkleidung für Menschen, die der Natur respektvoll gegenübertreten und ökologisch wie auch fair einkaufen wollen. Ein Stichwort bei PYUA ist das ‚closed loop recycling‚: neue Produkte werden überwiegend aus Altkleidern hergestellt. PYUA verwendet kein PFC und Teflon und ist ein Bluesign-Partner. Hergestellt werden die Sachen in Europa. Ausgewählte Styles seht Ihr hier.

Funktionalität trifft Nachhaltigkeit: PYUA

PYUA hat einen eigenen Online-Shop. Plus: ein komplettes PYUA Ski-Outfit kann man bzw frau mieten und direkt in den Urlaubsort schicken lassen. Und nach den Ferien einfach zurückgeben.

Die Neuentdeckung aus Frankreich: Picture Organic Clothing

Gegründet 2008, ist Picture Organic Clothing der Newcomer unter den nachhaltigen Outdoorkleidungsherstellern. Die Sachen werden PFC frei hergestellt und es wird 50% recyceltes Polyester aus Plastikflaschen und 95% Biobaumwolle verwendet. Das Design und jung und frisch. Nachteil: es gibt keinen eigenen online-shop. Die einzelnen Modelle muss frau sich umständlich über mehrere Händler zusammensuchen, hier in Deutschland ist die Auswahl noch nicht so groß.

Picture Organic Clothing

Und Vaude?

Vaude hat schon immer vieles richtig gemacht und gehört mit zu den nachhaltigen Pionieren in Deutschland. Das Familienunternehmen ist ein Leadern in der Fair Wear Foundation und hat Chemikalien größtenteils aus den Kollektionen verbannt. Mit ihrem Green Shape Label stehen sie für Nachhaltigkeit und Transparenz. Allerdings, und das ist mein subjektiver Modegeschmack, sind die Auswahl und die Styles für die Pistenmode sehr begrenzt, ebenso das Farbspektrum.

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Hallo ich bin Bettina. Ich habe dieses blog-magazine "styleandrespect" ins Leben gerufen, da für mich Stil und Respekt zusammengehören. Stilvoller Umgang miteinander beruht auf Respekt. Zu Respekt gehört auch, daß die Menschen, die meine Mode herstellen, eine existenzsichernde Bezahlung und einen sicheren und würdevollen Arbeitsplatz haben, Themen, vor denen die Fashion Industrie oft genug die Augen verschließt. Aber nicht alle, und um genau darum geht es in diesem blog. Ich lasse Euch teilhaben an meinen Entdeckungen aus den Bereichen Fashion, Beauty und Lifestyle, die für einen nachhaltigeren Weg stehen. Read More

Fachbegriffe, Materialien, Zeritifizierungen – erklärt im Sustainable Glossar
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